Das Haus

Unser Haus soll 1848 erbaut worden sein und ist in seiner Bauweise regionaltypisch. Es handelt sich nämlich um ein "Trierer Einhaus", d.h. Wohnhaus, Stall und Scheune befinden sich in einem lang gestreckten Baukörper. Das zwei- geschossige Gebäude ist - ebenfalls typisch - in Ost-West-Richtung ausgerichtet, so dass eine Längsseite mit allen Türen und Toren zum Hof nach Süden zeigt. Dafür gab es ursprünglich auf der Nordseite nur ganz wenige und kleine Fensterchen.


Die Baumaterialien stammen aus der Gegend: Natursteinmauern aus Grauwacke, die Tür- und Fenster- gewände sind aus Basaltblöcken gearbeitet. Wie auch die anderen Häuser im Ort hat unser Haus einen eigenen "Backes" - den Backofen - außerhalb des Hauses auf dem Hof. Natürlich gab es früher auf dem Hof auch noch einen Misthaufen und das Plumpsklo. Erst seit 1970 gibt es fließendes Wasser, vorher holten die Bewohner das Wasser aus einer Quelle.
Der Heunenhof

Der Weiler Heunenhof wurde schon vor fast 700 Jahren, im Jahr 1331, urkundlich erwähnt. Ob es sich damals nur um einen einzelnen Hof oder schon um mehrere Höfe handelte, ist nicht bekannt. Sein Name leitet sich ab vom "Heunen", dem Bergrücken, an dessen Flanke der Ort erbaut wurde. Heute gibt es hier acht Häuser - sieben davon waren ursprünglich Bauernhöfe - und eine Kapelle, das Heiligenhäuschen.

Obwohl der Heunenhof seit jeher ein Ortsteil der Gemeinde Bermel ist (ca. 4 km weiter westlich, auf der anderen Seite des Heunen), orientiert er sich mehr nach Monreal (ca. 4km in nordöstlicher Richtung). Ein Grund dafür liegt sicher in dem weniger beschwerlichen Weg nach Monreal (besonders im Winter) durchs Thürelztal. Zudem ist Monreal seit dem Mittelalter der bedeutendere Ort und er verfügt über einen Bahnhof. Die Heunenhofer wurden und werden in Monreal getauft, getraut und beerdigt, dorthin gehen die Kinder zur Schule.






In den ersten 600 Jahren dürfte für die Menschen die Landwirtschaft die einzige Erwerbsquelle in diesem abgeschiedenen Tal gewesen sein. Doch mit Beginn des letzten Jahrhunderts gingen, wie überall in der Eifel, einige Männer in Industriebetriebe Richtung Rhein (Eisenbahn) oder arbeiteten in Handwerksbetrieben der Umgebung, während die Frauen die Land- wirtschaft alleine führten. Heute gibt es nur noch einen Nebener- werbslandwirt auf dem Heunenhof. Inzwischen gehört die Hälfte der Häuser (also vier) naturverbundenen "Zugereisten" aus der Stadt.




Das Thürelztal

Die Thürelz ist ein ca. 4 km langes Bächlein, das von Urmersbach im Süden nach Norden fließt und sich hinter der Augstmühle, kurz vor Monreal, in die Elz ergießt. Es schlängelt sich, dicht von Bäumen umstanden, teils durch die Wiesen des Tales, teil direkt an den steil nach oben steigenden Hängen entlang. Zwischen der Talsohle und den Bergrücken (ca. 500 m) liegen ca. 150 Höhenmeter. Die steilen Hänge, auch die der teilweise tief eingeschnittenen Seitentäler, sind dicht bewaldet, ursprünglich mit Eichen- oder Buchenwäldern, zum Teil auch mit Fichtengehölzen.

Der Heunenhof ist die einzige Siedlung in diesem urigen Tal und liegt ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Urmersbach und der Augstmühle. Hier weitet sich das Tal etwas und bietet Platz für Weiden und Felder.
Es soll seit dem Mittelalter eine Linie des Jakobsweges durch unser Tal führen. Auf dem Hauptabschnitt von Köln nach Trier passieren die Pilger - von Mayen kommend - Monreal, um dann durchs Thürelztal weiter nach Süden zum Kloster Maria Martental (ca. 10 km von hier) zu ziehen. Dort finden sie eine Unterkunft für die Nacht. Heute erinnert daran eine Basaltstele auf dem Heunenhof.

Seit gut hundert Jahren führt eine einspurige Bahnlinie durchs Tal, denn im Jahr 1895 wurde die Eifelquerbahn von Mayen nach Gerolstein eröffnet. Diese Eisenbahnlinie brachte für die wirtschaftlich unterentwickelte Eifel damals einen bedeutenden Aufschwung. Es verkehrten pro Tag ca. 5 Züge in beide Richtungen, die Arbeiter und Schüler, aber auch Güter und landwirtschaftliche Erzeugnisse beförderten. Die Heunenhofer brauchten in dieser Zeit keine Uhr - wenn der Zuch kam, wussten sie, was die Stunde geschlagen hatte. Fast genau hundert Jahre später, im Jahr 1994, wurde der Bahnbetrieb eingestellt. Das Auto hatte der Bahn schon lange den Rang abgelaufen.

Im Jahr 2000 wurde der Zugverkehr jedoch wieder aufgenommen, versuchsweise erst einmal bis zum Jahr 2008. Diesmal stehen die Touristen im Vordergrund: In der Kombination aus Wandern, Radeln und Bahn fahren lässt sich die Vulkaneifel bestens entdecken.




Monreal - königlicher Berg

Der Charme des Ortes, der die Besucher von Monreal heute gefangen nimmt, liegt zweifellos in dem sehr gut erhaltenen und von den Bewohnern liebevoll gepflegten historischen Ortskern und den darüber thronenden Ruinen der Philipps- und der Löwenburg. Dieses Ensemble lässt erahnen, dass Monreal in früherer Zeit einmal eine politische, wirtschaftliche und kulturelle Sonderstellung in unserer Eifelregion innehatte.






Werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Ortes: mit dem Bau der Löwenburg im Jahr 1220 beginnt der Aufstieg von Monreal, das schon seit der Kelten- und der Römerzeit Spuren einer Besiedelung aufweist. Bauherren waren die Grafen von Virneburg. Virneburg liegt ca. 8 km westlich von Monreal im Nitztal, heute ein verschlafenes Dörfchen, das aber noch Reste der Stammburg aufweist. Die Grafen verfolgten mit dem Bau der Monrealer Burg natürlich ein ganz






bestimmtes Ziel, nämlich eine Vormachtstellung im Maifeld. Das ist die Ebene, die sich östlich von Monreal in Richtung Koblenz ausdehnt. Wenn man bedenkt, dass der Turm der heutigen Burgruine zur damaligen Zeit 15 m höher war, kann man sich leicht vorstellen, wie weit man von dort oben ins Maifeld schauen konnte. Die Virneburger Grafen verstanden es, ihre zahlreichen Söhne und Töchter geschickt zu verheiraten und sich über Beziehungen begehrte Posten zu sichern. So gingen aus dieser Familie Erzbischöfe von Köln, Mainz und Trier hervor, die ja immerhin als Kurfürsten bei der Wahl des deutschen Königs mitmischten. Die Virneburger blieben für 325 Jahre, also bis 1545, das Herrscher- geschlecht in der Region.




Am Fuß der Burg, rechts und links entlang der Elz, entstand der Ort Monreal, umgeben von einer Stadtmauer mit zwei Stadttoren, dem Ober- und dem Untertor, in der Mitte der Marktplatz. Im Jahr 1306 erhielt Monreal das Stadtrecht und das Privileg, einmal in der Woche Markt abzuhalten. Dadurch wurde es auch für Gewerbetreibende attraktiv. Besonders hervorzuheben ist hier die Wollenweberzunft, die das Wasser der Elz zum Spülen der Wolle benötigte. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war das Tuchmacherhandwerk der Haupterwerbszweig in Monreal und brachte den Bürgen Wohlstand und überregionale Bedeutung. Die Hälfte der Bevölkerung war in diesem Gewerbe beschäftigt - es gab damals 64 Webstühle im Ort. Die Industrialisierung am Ende des 19. Jahrhunderts führte dann zum Niedergang der Weberzunft.

Wie fast überall in der Eifel wurde auch die Monrealer Burg im 30jährigen Krieg (1632 durch schwedische Truppen) und noch einmal und dann endgültig durch die Franzosen (1689, pfälzischer Erbfolgekrieg) zerstört. In der Folgezeit benutzten die Monrealer ihre Burg als Steinbruch.





Ende des 19.Jahrhunderts, zu Zeiten Kaiser Wilhelms II, entwickelte sich im Bürgertum eine romantische Vergan- genheitssehnsucht. Man schwärmte für Schlösser, Burgen und Ruinen. Der Rhein, die Mosel und auch die Eifel wurden zu beliebten Ausflugszielen. So kamen auch die ersten Touristen nach Monreal.
Im Jahr 1925 wurde Monreal offiziell zum Luftkurort. In den 1930er Jahren war Monreal ein Ziel für Erholungs- suchende des "Kraft-durch-Freude"-Programms. Seit den 1970er Jahren wird der historische Ortskern von den

Monrealer Bürgern mit sehr viel Liebe und Engagement saniert, erhalten und gepflegt. Viele Gebäude sind heute als Kulturdenkmal aus- gewiesen und Monreal gewinnt regelmäßig Preise für dieses gut erhaltene und zusammenhängende historische Ortsbild.
Ein Spaziergang durch die Gassen, über den Marktplatz und die drei Brücken über die Elz, vorbei an den barocken Fachwerkfassaden der Bürgerhäuser, ist für die heutigen Besucher von Monreal zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Erlebnis.


Quelle: Heimatchronik von Monreal, 2002
weitere Informationen über Monreal unter www.monreal-eifel.de